Zeiten der Zusammenarbeit

Vieles hat sich im Jahr 2020 verändert – manches zum Guten, anderes zum Schlechten. Durch unsere bisherigen Erfahrungen mit der Corona-Pandemie haben wir nicht nur gelernt, uns sozial zu distanzieren, sondern auch, auf professioneller Ebene enger zusammenzurücken.

Die GNS eG befasst sich als Zusammenschluss von Haus- und Fachärzten schon lange mit der Aufgabe der Vernetzung von Strukturen. Um den Austausch fachübergreifend, inter-disziplinär und überregional voran-zutreiben, gibt es seit Juli ein neues digitales Format namens Arzt-Intern. Am 17.07.2020 veranstaltete die GNS die erste Online-Talk-Show „Corona Live-Talk“ mit diversen Fachleuten aus dem Gesundheitswesen. Produziert und ausgestrahlt wurde die Sendung von jofodo.tv.

Der Corona Live-Talk 

Ärztinnen und Ärzte setzen sich seit Wochen sowohl persönlichen als auch finanziellen Risiken aus. Wir brauchen dringend einen offenen und fachübergreifenden Austausch zu Erfahrungen während der Pandemie“, so Wolfgang Bachmann, Vorstand bei GNS.

Die Online-Gesprächsrunde traf sich unter dem Motto „Corona Live-Talk“, um über fachspezifische Themen zu debattieren und dadurch sowohl Informationen auszutauschen als auch Ein-blicke in persönliche Erfahrungen zu gewähren und klare Forderungen bezüglich zukünftiger Vorgehens weisen zu formulieren. Die Gesprächsteilnehmer waren Ärzte, vertreten durch Andreas Rost, Hausarzt in Ehingen, und Dr. med. Diethard Müller, Facharzt für Laboratoriumsmedizin und Geschäftsleiter des MVZ Labor Ravensburg sowie Kai Sonntag, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg und Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer Baden-Württemberg der BARMER. Moderiert wurde das Gespräch von Wolfgang Bachmann.

In der einstündigen Livesendung wurden unter anderem Themen wie bürokratische Hürden in Arztpraxen, Arbeitsteiligkeit in der ambulanten Gesundheitsversorgung und die Belastbarkeit des Corona-Rettungsschirms besprochen. Auch die Zuschauer*innen diskutierten inter-aktiv im Livechat mit und hatten die Möglichkeit Fragen zu stellen, die gegen Ende des Gesprächs vom Podium beantwortet wurden.

Fazit: Der gemeinsame Weg

So unterschiedlich die Belastungen sind, von denen die Teilnehmer berichten, so einheitlich ist die Forderung nach Verbesserung und die Zuversicht, die zusätzlichen Anforderungen, geschaffen von der außerplanmäßigen Pandemie, zukünftig noch besser kontrollieren zu können.Die anfängliche Verunsicherung bei den Akteuren sei unter anderem der hohen Dynamik der Pandemie geschuldet, erklärte Allgemeinmediziner Andreas Rost. Er verantwortet in Ulm und im Alb-Donau-Kreis gemeinsam mit einem Kollegen die Corona- Versorgung. Neben seiner Aufgabe als Hausarzt hat er binnen kürzester Zeit zwei Corona-Testzentren eröffnet und geleitet.

Das Arbeitspensum sei enorm gewesen, auch weil die analoge Kommunikation zwischen den zuständigen Stellen viele Prozesse deutlich erschwerte, erklärt er. Rost kritisierte in der Diskussionsrunde die Unklarheiten der Zuständigkeiten und forderte für Patient*innen einen „einheitliche(n) Ort, der Lösungen bietet und nicht nur Ring-Verweise.“In den vergangenen Monaten war es häufig so, dass Patient*innen mit Sorgen und Krankheiten ihre gewohnten Hausarztpraxen aufsuchten, die Hausärzt*innen sie bei Verdacht auf Corona aber an das Gesundheitsamt verweisen mussten. Die Gesundheitsämter ihrerseits überwiesen Hilfe-suchende zur Beratung oftmals zurück an die Hausärzt*innen.

Die Beratung und Behandlung der Patient*innen würde erleichtert, bekämen Hausärzt*innen, die als erste Anlaufstellen fungieren, mehr Verantwortung übertragen. Andreas Rost fordert daher stellvertretend: „Gebt uns die Aufgabe und wir lösen sie.“

 

Lösungsansätze 

Auch für die KV steht aktuell pragmatisches Handeln im Vordergrund. Kai Sonntag geht davon aus, dass „die KV künftig dezentraler und ortsunabhängiger organisiert werden wird. Das Thema Digitalisierung spielt intern eine große Rolle .“Um mehr Klarheit für Patient*innen und medizinisches Fachpersonal zu schaffen, ist die Vernetzung der zu-ständigen Stellen ebenso unerlässlich wie die Modernisierung und Vereinfachung der Kommunikation. Das Stichwort, welches die Teilnehmer des Live-Talks verbindet, ist: Digitalisierung. In den vergangenen Monaten hätten sich, laut Empfehlung, zuständige Mediziner zweimal täglich über die neuesten Entwicklungen zum Umgang mit dem neuartigen SARS-CoV-2 informieren müssen. Sich neben den beruflichen Alltagsaufgaben jeden Tag 20-25 Seiten Fachlektüre online zu erlesen, sei für Viele schlichtweg unmöglich, erklärte Andreas Rost. Es müsse einen einfacheren Zugang zum aktuellen Stand der Dinge geben. Um die bisher häufig unterschiedlichen Wissensstände der Mediziner, auf die auch Dr. Diethard Müller zu sprechen kommt, auf einen gemeinsamen Konsens zu bringen, bräuchte man eine Art „Corona-Logbuch“.

In einem solchen digitalen Logbuch könnten Entwicklungen chronologisch erfasst und der aktuelle Kenntnisstand und Forschungsergebnisse effektiv dar-gestellt werden. Dr. Diethard Müller äußerte sich in der Sendung insbesondere im Hinblick auf das Winterquartal, in dem erfahrungsgemäß viele Patienten mit respiratorischen Problemen zu erwarten sind. Um teilweise unerwartet große Mengen an Proben testen zu können, sei die Digitalisierung diverser Arbeitsschritte unerlässlich. Müller forderte außerdem die Verbesserung der Ländergrenzen überschreitenden Zusammenarbeit, so dass für Labore die Möglichkeit bestünde, untereinander Arbeit weiterzugeben, sollten ihre Kapazitätsgrenzen erreicht sein. Dafür bräuchte es einheitliche, unter den Kassenärztlichen Vereinigungen abgestimmte Vorgehensweisen.

Die Grundstimmung aller Gesprächsteilnehmer scheint jedoch optimistisch. „Ich bin überzeugt davon, dass wir eine zweite Welle, sofern sie kommt, deutlich professioneller managen wer-den als im März“, so Winfried Plötze. Das Resümee der Gesprächsrunde ist daher, dass von einem gemeinsamen Weg alle Fachleute des Gesundheitswesens sowie betroffene Bürger*innen profitieren würden. Um eine fachübergreifende Zusammenarbeit reibungsloser und zeiteffizient zu gestalten, müssen allerdings in absehbarer Zukunft moderne Wege der Kommunikation und des Datenaustauschs begangen werden. https://jofo.do/gct

Über das Format „Arzt-Intern“

Mit dem „Arztintern“ hat GNS ein Sendeformat entwickelt, das live, digital und interaktiv aktuelle, wichtige und drängende Probleme der Ärzteschaft und der Gesundheitsversorgung in den Mittelpunkt stellt. Die Zielgruppe sind Professionals in der Patientenversorgung und Akteure der Gesundheitspolitik. In einem professionell ausgestatteten Studio findet ein Live-Talk mit ausgewählten Gästen statt. Dieser wird durch Hintergrundreportagen zu den jeweiligen Themen angereichert. Die Produktion erfolgt durch die GNS-Tochtergesellschaft Jofodo AG.

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